Nachhaltige Bioökonomie im Rheinischen Revier

Welche Perspektive kann sie für die Menschen und ihr Umfeld im Revier nach dem Braunkohleausstieg bieten?

Beste Böden und ein mildes Klima sind ideale Voraussetzungen, um im Rheinischen Revier hochwertige Nahrungsmittel zu produzieren. Entsprechend stark sind die Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft in unserer Region vertreten. Hier existiert schon heute eine biobasierte Wirtschaft, etwa mit der Produktion von Zucker aus Zuckerrüben. Gleichzeitig ist diese Gegend industriell geprägt mit Schwerpunkten in den Bereichen Ernährung, Papier, Chemie und Kunststoff. Dies sind Bereiche, in denen viele Menschen schon heute neben dem Bereich der Energiegewinnung aus Braunkohle Arbeit finden.


Eine nachhaltige, biobasierte Wirtschaftsweise kann dazu beitragen, diese Stärken auszubauen und weitere, nachhaltige Felder zu erschließen, indem die unterschiedlichen Wirtschaftsbereiche miteinander verknüpft werden. Dies kann am besten gelingen, wenn die regionalen Besonderheiten herausgearbeitet und zukunftsfähig gemacht werden.

Nicht zuletzt drängen Klimawandel und Flächenverlust vor allem im Bereich der Landwirtschaft zum Umdenken. Es geht darum, neue, innovative Einkommensquellen für die Menschen im Revier zu schaffen - mit Blick auf die Produktion wertvoller Rohstoffe, Verwendung biobasierter Reststoffe und einem schonenden Umgang mit der Umwelt. Die Menschen der Region sollen zukünftig weiterhin mit sicheren, regionalen Lebensmitteln versorgt werden.

Flächennutzung im Rheinischen Revier

Zu den großen Fragen nach dem Aus der Braunkohle gehört, wie die wertvollen Flächen im Rheinischen Revier intelligent genutzt werden können, um den vielfältigen Ansprüchen von Mensch und Umwelt gerecht zu werden. Sind der Anbau von Nahrungsmitteln, von nachwachsenden Rohstoffen, Naturschutz und Naherholung Gegensätze? Wieviel Fläche benötigen Industrie und Gewerbe? Wie viel Raum beansprucht die Erzeugung der notwendigen Energie? Und welche Fläche soll für den neuen Wirtschaftszweig Tourismus geschaffen werden?

Ansätze der nachhaltigen Bioökonomie können hierauf Antworten geben und aufzeigen, wie wirtschaftliche, ökologische und soziale Interessen in Einklang gebracht werden können: Flächen könnten etwa mehrfach genutzt werden, beispielsweise durch Integration von Naturschutz in landwirtschaftliche Flächen. Auf Tagebaurandflächen, die sich nicht für die Nahrungsmittelproduktion eignen, können effiziente Pflanzen für eine industrielle Nutzung wachsen. Und eine Lebensmittelproduktion mit innovativen Systeme, die eine geringe Fläche beanspruchen, können Einzug in die Landwirtschaft finden.

Die Initiative BioökonomieREVIER möchte gemeinsam mit den Menschen und allen Beteiligten aus den verschiedenen Wirtschaftszweigen Möglichkeiten entwickeln, in eine nachhaltige Zukunft im Rheinischen Revier zu gehen. Diese Ansätze sollen Beispiel werden für andere Regionen in Deutschland und weltweit.

Bioökonomie zum Anfassen und Mitmachen

Das Rheinische Revier soll Modellregion werden für nachhaltiges, biobasiertes Wirtschaften. Hierzu fordert die Initiative die Menschen vor Ort auf, sich aktiv zu beteiligen. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten. Neben der aktiven Teilnahme am Bürgerbeteiligungsprozess kann in Tiny Houses – das sind rollende Häuser, die im Revier unterwegs sind - Bioökonomie zum Anfassen erlebt werden. In einer mobilen App für das Smartphone erfährt man, welche Projekte im Revier schon jetzt umgesetzt werden und wo genau Veranstaltungen stattfinden. Jeder kann hier seine eigene Veranstaltung eintragen und selbst andere Menschen einladen, mitzumachen beim Strukturwandel mit Bioökonomie.

Der Strukturwandel betrifft inbesondere die junge Generation, die eine völlig andere Landschaft im Revier erleben wird. In der Zukunft wird es neue Formen der Arbeit und Ausbildung geben, die durch die Bioökonomie entstehen können. Einen ersten Eindruck geben hier heute schon Kurse in Bioökonomie für Schulklassen und speziell für Studierende den „BioDENKER“, den ersten Innovationspreis für Bioökonomie im Rheinischen Revier.

Hier kann man mitmachen: https://www.biooekonomierevier.de/_mitmachen

Weitere Informationen zur Bioökonomie im Rheinischen Revier

Modellregion BioökonomieREVIER Rheinland: https://www.biooekonomierevier.de/

Forschungsverbund Bioeconomy Science Center BioSC: https://www.biosc.de/